Liebe: Sollten wir uns von der Monogamie verabschieden? | Quarks
154K views · Apr 2, 2023 · Science & Technology
Comments · 838
@zboson · 3 years ago (edited)
Als eine Person in einer offenen Beziehung kann ich nicht genug betonen, dass eine offene Beziehung nicht besser oder schlechter als eine klar monogame Beziehung ist. Es ist genauso manchmal schön manchmal angsteinflößend, manchmal locker und entspannt und manchmal richtig kompliziert. Es ist kein Allheilmittel sondern nur eine Option wie so vieles Anderes. Das Wichtigste ist nur, dass man sich darin wohl fühlt und es nicht zu einseitigen Abhängigkeiten und Intoleranzen kommt. Hört auf einander und nehmt einander ernst. Beziehungen sind immer beidseitig und es gehören immer Eingeständnisse dazu. Offene Beziehung heißt nicht vollständige Freiheit! Es heißt, dass man bei seinen Freiheiten noch vorsichtiger sein muss Niemanden zu verletzen.
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@Andrea_Stz · 3 years ago (edited)
Meiner Ansicht nach ist der größte Beziehungskiller die Einstellung zum Glück. Viele glauben, teilweise unbewusst, dass das Glück von Außen kommt oder zu kommen hat (ein Partner soll mich glücklich machen, ohne bin ich nicht "vollständig"). Wenn ich mich vom Glück von Außen abhängig mache, bin ich im Mangel, also "bedürftig", der Partner soll es mir geben, was für den Partner, der immer liefern soll, damit es mir gut geht, auf Dauer anstrengend ist. Das ist streng genommen eine Bedarfsgemeinschaft und keine Beziehung. Ich habe das Phänomen erlebt, dass ich besonders oft Avancen erhielt, wenn ich mich glücklich fühlte, egal ob als Single oder in Beziehung. mein Umfeld schilderte ähnliches, sie wurden häufiger angeflirtet, wenn sie glücklich, z.B. in einer Beziehung, lebten. Menschen, die aus einem Mangel heraus suchen, strahlen das auch aus und erhalten daher häufiger einen Korb. Glückliche Menschen wirken dagegen unbewusst extrem anziehend. <br>Meiner Ansicht nach ist es schwer, in einer Partnerschaft glücklich zu sein, wenn man es alleine schon nicht kann. Ein Partner ist kein Pflaster, dass man sich aufklebt um sich glücklich oder vollständig zu fühlen. Dafür ist jeder Mensch allein verantwortlich! Der logische Schluss ist, dass Vorzeige-Langzeitpartnerschaften tendenziell von Menschen eingegangen wurden, die ihre Partner wollten, aber nicht brauchen, um glücklich zu sein.<br>Persönlich fand ich (58) das Lebensmodell "Ehe der Großelterngeneration" schon immer unattraktiv. Das klassische 50er Jahre Rollenmodell, in dem der Lebensalltag der meisten Frauen aus der Erfüllung ihrer biologischen "Pflichten" und der Führung des Haushalts bestand. In der Zeit waren Geschiedene auch sozial geächtet, auch durch den Einfluss der Kirche. Da war Homosexualität auch noch eine Straftat. Manchen waren lebenslang glücklich zusammen, aber mit Sicherheit nicht Alle. Viele blieben in erster Linie der Kinder wegen "lebenslänglich" zusammen oder aus wirtschaftlichen oder sozialen Gründen und waren nur dem Anschein nach glücklich. Dieses Modell fing Ende der 50er an zu bröckeln, und in den 70ern kam die sexuelle Revolution. <br>Heutzutage haben wir eine viel größere Bandbreite an Freiheiten und Möglichkeiten als damals, uns als Persönlichkeit zu entfalten, was "ewige" Liebe noch schwieriger macht als sie sowieso schon ist. Menschen verändern sich mit der Zeit, und wenn Persönlichkeiten bei Interessen oder Neigungen in völlig andere Richtungen auseinanderdriften, wirds halt schwierig bis untragbar, wenn sie weiter glücklich sein wollen. Man tut weder sich noch einem Partner einen Gefallen, wenn man zusammen bleibt, obwohl man sich völlig fremd geworden ist. <br>Die Erwartung, dass eine Beziehung ewig halten soll, macht unnötigen Druck. Das Beste ist, es entspannt zu genießen, solange es eben dauert. Das soll jetzt nicht heißen, dass man wegen jeder Kleinigkeit auseinanderrennt. Liebe ist auch Arbeit (gegenseitig (!) füreinander da sein, Achtsamkeit, Loyalität, Kompromissbereitschaft auf Augenhöhe, Toleranz....)., egal in welcher Art Beziehungsmodell und in guten Freundschaften. Es ist auch zwischenmenschlich nicht jeden Tag Schönwetter, reinigende Gewitterstürme gehören auch dazu. Die hohe Schule bei Kompromissen ist wohl, herauszufinden, welche mir/uns gut tun (oder zumindest nicht weh) und welche ein NoGo sind. Beide Extreme (kompromisslos egoistisch oder rückgratloser Ja-Sager sein) sind keine gute Grundlage für Beziehungen jedweder Art und das Leben insgesamt.<br>Mein Fazit: Macht euer Ding und findet (wenn ihr wollt) Partner, die ihr Ding machen und wo es gut matcht, dann kann es auch lange funktionieren. Es gibt da kein stereotypes Richtig oder Falsch. Ob eine Entscheidung falsch war, weiß man eh immer erst hinterher.
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@PandoiaDecce · 3 years ago
Ich denke das ist eine Sache, die jeder für sich selber entscheiden muss. Niemand muss sich von irgendwas verabschieden. Ich bin gerne monogam und wollte auch nie etwas anderes. ♥
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@FineHupeline · 3 years ago (edited)
Ich denke es gibt nicht "die richtige Beziehungsform". Es kommt eben ganz auf die Persönlichkeit, Kompromissfähigkeit und eigenen Erfahrungen an. Nicht alles macht jeden glücklich. Wichtig ist, dass man ehrlich mit sich und seinen Partner*innen sein muss, was die eigenen Bedürfnisse anbelangt. Wir sollten uns nicht davor scheuen, dass sich Beziehungen verändern, denn das ist gut und richtig so, immerhin ändern wir Menschen uns auch.
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@annettestauder9415 · 3 years ago
Mein Mann und ich sind welche von den (laut eurer Statistik) wenigen verheirateten Paaren über 30. Wir sind seit 15 Jahren ein Paar und absolut monogam. Was anderes kam für uns nie in Frage. Aus meiner Sicht erhöht die Monogamie die Qualität und Intimität einer Beziehung. Ich teile persönliche Dinge auf allen Ebenen mit der einen Person meines Vertrauen und umgekehrt. Es ist ein Umfeld, in dem beide Partner und auch unsere Kinder sich sicher fühlen. <br>Es kommt auch keiner zu kurz. Jeder hat in dieser Partnerschaft die gleichen Rechte und Pflichten. Klar man muss immer mal wieder einen Kompromiss finden. Aber das finde ich nicht schlimm oder fühle mich dadurch eingeschränkt. Es stärkt die Beziehung eine gemeinsame Lösung zu finden. Und es ist ein gutes Lebensvorbild für die Kinder im Umgang mit Konflikten (egal ob diese in Beziehung, Freundschaft, Schule oder am Arbeitsplatz entstehen)
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@mailing7395 · 3 years ago
Meine Eltern gehören auch zu denen die sich ewig gebunden haben. .Von Herzen. Man sieht die Fürsorglichkeit wenn es einem der beiden schlecht geht. <br>Auch meine Großmutter. Ihr Mann starb früh. Doch sie wollte keinen anderen.Sie war schön und sanft. Kümmerte sich immer um andere.Sie hat ihn immer vermißt. Es gibt die wahre Liebe. Sie beruht immer auf Respekt.
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@MaierFlorian · 3 years ago
Ich glaube, das größte Problem bei der Frage ist, wenn sich Menschen einschränken und einengen, obwohl sie das nicht möchten, nur weil es gesellschaftlich vorgegeben ist. Genau dann entstehen Konfliktpotentiale bis hin zu Fremdgehen und Trennung. Möglicherweise ohne zu wissen, dass es dem Partner/der Partnerin ähnlich geht und man zusammen vielleicht mit einer anderen Form der Beziehung glücklicher gewesen sein hätte können. So unterschiedlich und auch so flexibel wie wir Menschen alle von Natur aus angelegt sind, gibt es vermutlich nicht DIE perfekte Beziehungsform für alle, sondern nur individuell für jeweils den einzelnen Menschen.
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@oliverteetrinker8124 · 3 years ago (edited)
Für mich klingt dieses "Situationships" nicht nach Beziehung, das ist eher ein Lifestyle Thema, das zur Zeit durch das "Dorf getrieben" wird. Zu einer Beziehung gehört für mich sich ganz einlassen, nicht auf Gelegenheiten lauern. Wenn es dem anderen schlecht geht sich kümmern, Verantwortung übernehmen und daran wachsen und nicht dieses kindische Spielchen spielen und Larifari. <br>Muss natürlich jeder selbst wissen, aber für mich klingt eine Beziehung mit mehren Frauen in der Realität vor allem nach sehr viel Stress und nach sehr anstrengend und zermürbend, weil man sich und mehreren anderen Menschen niemals gleichwertig gerecht werden kann, wenn man es ernst meint. Das ist bei zwei Personen manchmal nicht so leicht.
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@moskbarto9436 · 3 years ago
Alles muss immer mehr, schneller, besser sein. Kein Wunder, dass immer mehr Leute bindungsunfähig sind und stattdessen von einer lockeren Sache in die nächste rutschen. Ihr stellt das total neutral dar, aber ich sehe, wie viele Leute in meinem Umfeld das emotional zerstört und sie noch einsamer macht, als sie ohnehin schon sind.
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@janavigelius4126 · 3 years ago
Ich (w. 28) bin jetzt seit 7 Jahren monogam mit meinem Freund zusammen, haben einen Sohn und wir lieben uns jeden tag mehr 😊 ich könnte mir niiiiemals vorstellen ihn zu "teilen" und er andersrum auch nicht 😊❤<br>Aber jedem das seine und jedem sein Glück natürlich!😊
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@stefgaminglove · 3 years ago (edited)
Ich bin sehr gerne Monogam und möchte auch nur dieses Beziehungsmodel. Fremdgehen ist für mich ein sofortiger Trennungsgrund. Mehrere Frauen wäre mir auch viel zu anstrengend 😅 <br>Es ist viel schöner sich auf einer Partnerin zu fixieren und gemeinsam das Leben zu teilen. Da hatte ich meine Großeltern als Vorbild. Bald 70 Jahre sehr glücklich und Monogam waren sie verheiratet.
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@MrIDuck · 3 years ago
Ich war ständig in kurzen Monogamen Beziehungen, die ständig scheiterten<br>Aktuell lebe ich in einer 3 Jährigen offenen Partnerschaft und bin glücklicher denn je. Man kann immer wieder neue Menschen kennenlernen und hat einen Geliebten an der Seite, der sich ebenfalls auslebt. <br>Man lernt von diesen neues, was man in sein Liebesleben einbauen kann. Das schweisst uns immer mehr zusammen. <br>Ich denke nicht, dass es „Die Beziehungsform ist“<br>Jeder sollte das machen was ihn am glücklichsten macht. Nur schade finde ich, dass es Gesellschaftlich noch nicht angekommen ist und man oft hass Nachrichten bekommt
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