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Wie "bedingungslos" ist Liebe?

849 views · Jun 30, 2026 · People & Blogs

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  • @cryptofylab · 2 months ago (edited)

    Normalerweise schreibe ich nie unter Videos Kommentare oder Ähnliches, aber das Thema ist gerade so präsent in meinem Leben und nimmt mich teilweise auch sehr mit. <br> <br>Angefangen hat das alles im Dezember 2019: eine freundschaftliche Beziehung, die sich 2,5 Jahre davor in der Ausbildung entwickelt hatte jedoch nicht romantisch. Wir haben uns am 31.12.2019 getroffen und kamen indirekt zusammen. Indirekt, weil wir uns nicht sicher waren, ob das wirklich eine Beziehung wird oder nicht, was aber sehr schnell klar wurde, weil wir schon ab da sehr starke Gefühle füreinander hatten. Wir kamen uns an dem Tag sehr nah und waren intim und 6 Moante später fragte ich sie ob wir zusammen kommen wollen. Seitdem verbrachten wir jeden Geburtstag, Silvester, Valentinstag und Urlaube zusammen. Sie studierte und ich war im Berufsleben. <br> <br>Obwohl ich sehr glücklich mit ihr war, alles hatte und sie mir sehr viel bedeutet hat, habe ich etwas mit in die Beziehung genommen, wovon ich selbst nicht wusste, dass es mich eines Tages hierhin führen würde: Unehrlichkeit und Unloyalität in Bezug auf Frauen. Sie musste alles vor einem Jahr über meinen Computer herausfinden. Es waren mehrere Grenzverletzungen über Jahre, teilweise von relativ Anfang an der Beziehung kleinere bis zum ende hin die größeren : vom Schreiben, Dating-Apps, Prostit**, Partys, Por**os bis hin zum GV mit einer 18-Jährigen, die ich im Hotel abgeschleppt hatte. Ich selbst bin 28 geworden und das alles fing erst klein an, bis zum kompletten Absturz Ende Mai 2025. <br> <br>Als sie alles herausfand, bat sie mich, ehrlich zu sein, und immer wieder versicherte ich ihr, dass ich ehrlich bin, obwohl ich nicht in der Lage war, zu 100 % ehrlich zu sein. Sie zog aus, wir kamen danach über die nächsten Monate dann trotzdem näher, sie wollte mich verstehen, sie weiß auch von meinen guten Seiten, wie ich sie behandelt habe und wie ich sonst zu Ihr war sonst wäre sie nicht &nbsp;mit mir dann ein Jahr lang weiterhin geblieben. Wir haben wieder alles gefeiert, jedes Ritual mitgemacht, Geburtstage, Silvester und alles andere auch. Wir waren wieder ein Pärchen mit einer traumatischen Geschichte dennoch wieder sehr eng verbunden mit Übernachtungen, whats app chat, darüber das wir uns vermissen und &quot;Ich Liebe dich&quot; konnten wieder wieder ganz normal sagen. <br> <br>Ich habe mir seit dem ersten Tag, an dem sie es herausgefunden hatte, direkt eine Psychotherapeutin gesucht und gefunden und bin seitdem jede Woche bei ihr: 1x Gruppentherapie, 1x Einzelsitzung. <br> <br>In der Beziehung vor all dem, als das raus war, war ich trotz meines Schattens immer für sie da und habe sie unterstützt, wo ich nur konnte. Wir haben viele tolle Momente zusammen verbracht und hatten eine schöne Beziehung. Ich hatte für all das keinen Grund. Sie trifft ebenfalls keine Schuld. Es ist alles meine Schuld, und allen, die sagen, es gehören zwei dazu, widerspreche ich jedes Mal, egal ob Familie, Fremde oder Freunde. <br> <br>Wir waren Ende diesen Mai sogar an meinem 28. Geburtstag zusammen in Portugal. Es war sehr harmonisch, wir waren verliebt, auch wenn es ab und zu mal kleine Streits gab. Ich konnte beweisen, dass ich mich durch die Therapie bezüglich meines Verhaltens, meiner &nbsp;Kommunikation und Umgang mit ihr und ihren Emotionen gebessert habe. Sie hat mir sogar das öfter gesagt. Wir haben stundenlang telefoniert und Liebesbotschaften immer gegenseitig nachdem auflegen vorgelesen die wir mal einander schenkten. <br> <br>In dem Jahr habe ich mich noch mehr ins Zeug gelegt, alles für sie zu tun, was ich nur konnte. Mir ist bewusst, dass man damit nichts wieder gutmachen kann, aber für das Gesamtbild möchte ich trotzdem erzählen, dass ich dieses Jahr immer für sie da war, sie zu Ärzten gefahren habe wenn sie mal Termine jeglicher Art hatte,, Arztrechnungen übernommen habe, teilweise Miete und Studiengebühren, ohne jemals etwas wiederhaben zu wollen. An freien Tagen, an denen ich keine Arbeit hatte, bin ich extra zu ihr gefahren, nur damit ich sie irgendwohin fahren kann, damit sie nicht zu spät kommt, und sie wieder abholen kann. Teilweise habe ich immer vor der Praxis gewartet, wenn sie einen wichtigen Termin hatte. Ich habe immer Ihre Wäsche abgeholt und wieder gebracht weil sie keine Waschmaschine besitzt und so weiter.. &nbsp;Die Geschichte an guten Taten ist über die 6,5 Jahre endlos lang. <br> <br>Auch in den Zeiten, in denen ich hin und wieder mal solche bösen Sachen gemacht habe, als ich nach Hause kam, mit ihr stundenlang telefonierte oder Ähnliches, habe ich trotz meiner gestörten Art und Weise, Liebe zu empfinden, Liebe für sie empfunden. Mein Verhalten in ihrer Abwesenheit bezüglich Frauen/S*x und die dazugehörigen Lügen waren die einzigen Taten, die im Gegensatz zu meiner Liebe zu ihr standen, die gleich stark war wie meine Seite, auch wenn das sehr paradox klingt. <br> <br>Nachdem wir aus Portugal wiederkamen, fand sie ca. eine Woche später etwas sehr Traumatisches heraus. Sie hatte es zwar in dem Jahr geahnt, aber wahrscheinlich gehofft, dass es nicht wahr ist. Schließlich gab ich dann am Ende auch dieses riesige Thema zu, was wirklich übel ist und weshalb ich mir noch einen zusätzlichen Therapieplatz suche, also so gesehen zwei Therapieplätze: einer, der mein Verhalten therapieren soll, und der andere hoffentlich meine s*xuelle „Störung“. Es ist kein Mord, Verge***gung oder sonstiges gewesen. <br> <br>Sie wusste an dem Tag nicht, was auf sie zukommt. Währenddessen sagte sie mir, dass sie mich bedingungslos lieben würde und egal, was kommt, da bleiben würde. Als ich dann alles erzählte, streichelte sie noch meine Hand und ich habe mich sicher gefühlt. Aber dann in der Nacht, als ich sie nach Hause fuhr und sie mich um 3 Uhr anrief, war sie sehr fertig und am Weinen. Am nächsten Tag war sie ebenfalls sehr aufgebracht, was verständlich ist. Sie hat versucht, einen Therapeuten zu suchen, weil es sehr akut ist/war. Sie fand keinen. Ich habe sogar für sie nach Therapeuten gesucht, sie meinte aber, sie will das selbst machen. <br> <br>Da ich ihre Trauer ansah und sie mir sehr leid tat, &nbsp;habe ich ihr angeboten, mit zu meiner Therapeutin zu kommen, damit sie jemanden zum Reden hat und damit es ihr besser geht. Sie kam, und in der Therapie meinte sie auf Nachfrage von der Therapeutin, dass die Beziehung ihr nicht guttut, dass ich ihr nicht guttue und dass sie das nicht mehr will oder kann. <br> <br>Als ich sie nach Hause fuhr, meinte sie nur, dass, wenn ich sie wirklich liebe, ich sie in Ruhe lassen soll, aus Liebe, weil sie es sonst nicht kann. 2–3 Tage vergingen, wir sahen uns noch ein paar Mal, um noch ein paar Fragen abzuklären, und dann kam eine WhatsApp-Nachricht mit der Message: „... es wäre besser, ab jetzt getrennte Wege zu gehen. Die Versuche, etwas im letzten Jahr zu reparieren, haben mich emotional noch mehr fertiggemacht. Diese Entscheidung habe ich aus Liebe getroffen. Es tut mir unendlich leid. Bitte kontaktiere mich und meine Familie nicht mehr. Nimm die Hilfe, die du jetzt bekommst, sehr ernst und gönn dir eine Pause, wenn du nicht mehr weiterweißt.“ <br> <br>Seitdem: 3 Wochen kein Kontakt mehr, Blockierung auf allen Ebenen. Ich bin sehr traurig, mache weiter Therapie und versuche, mit meinen Schuldgefühlen und mit meiner Angst, sie nie wiederzusehen, klarzukommen. Ich habe ihre nochmal eine Miete überwiesen weil sie Probleme hat mit ihren Onlinebanking damit sie die Miete überweise ohne Kommentar oder sonstiges. Ich habe seitdem her kein Kontakt zu ihr aufgenommen und bin auch nie zu Ihr hingefahren oder sonstiges obwohl ich sie sehr vermissen. <br> <br>Ich weiß nicht, ob sich aus dem Text herausliest, wie sehr wir uns eigentlich geliebt haben, wie sehr ich sie geliebt habe, auch wenn das nach all dem nicht zu glauben ist. Meine Therapeutin meint, ich soll mir keine Hoffnung machen, es ist klar. Allerdings kann ich meine Hoffnung nicht aufgeben. Ich liebe sie nach wie vor. <br> <br>Es fühlt sich so an, als wäre ich jetzt vor einem Jahr aufgewacht und reflektiere bewusst, was ich wann tat und wieso, auch wenn ich mich selbst nicht ganz verstehe, wieso ich mein Glück weggeworfen habe und ihr Vertrauen und ihre Liebe so missbraucht habe. <br> <br>Ich vermisse sie täglich, versuche aber auch täglich, auf Ausstellungen zu gehen, unter Leute zu kommen und gesunde Muster zu entwickeln. Wir haben vieles, was uns verbindet, aber mein Verhalten bzw. meine Störung haben all das verursacht, und ich wünsche mir, dass wir uns eines Tages wiedersehen und lebe dennoch mit der Angst sie nie wieder zusehen.

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