Mythos Berlin-Blockade: Geschichte als Waffe im Kalten Krieg
11K views · May 20, 2020 · Education
Comments · 29
@taeveesurkian2047 · 3 years ago
Ich empfinde die detailliert dargestellten Zusammenhänge, Interpretationen, Weglassungen, Narrative usw. durchaus als sehr interessant, um die historischen Abläufe besser verstehen zu können.<br>Aber bei manchen Punkten fehlt meiner Meinung nach ein gewisses historisches Einfühlungsvermögen. Wenn sich beispielsweise Privatpersonen trotz einer deutlichen Einschränkung in der Versorgungslage im Brandenburger Umland mit Lebensmitteln versorgen, sagt das vielleicht mehr über die Findigkeit der Leute in einer Notlage aus, als dass es als Argument gegen den Begriff "Blockade" tiefere Gültigkeit hat.<br>Auch ist die vorgenommene Analyse des erwähnten amerikanischen Films von 1953 noch nicht ausreichend als Beleg für die unterstellte Mythologisierung der sog. Berlin-Blockade.<br><br>Ich habe dennoch manches interessante Detail hinzugelernt. Im Wesentlichen habe ich Hinweise vermisst, wie denn die Blockade und die Luftbrücke von den betroffenen West-Berlinern selbst im Nachhinein empfunden wurden. Ich selbst bin zwar erst zwanzig Jahren nach diesen Ereignissen geboren, habe aber ab 1980 regelmäßig Zeit in West-Berlin verbracht. Und ich kann bestätigen, dass ausnahmeslos jeder meiner damaligen Gesprächspartner, die das selbst erlebt hatten, jene Zeit als wirklich schlimm empfand und voller Dankbarkeit für die Hilfe seiner Zeit war. Und nicht ohne Grund gab es bis zur Wiedervereinigung in West-Berlin sehr große Vorratslager, um einer weiteren "Blockade" standzuhalten zu können. Glücklicherweise kam es nie dazu.<br><br>Das Hinterfragen und Aufarbeiten ist eine der großen und wichtigen Aufgaben der Geschichtswissenschaft. Es ist auch sehr wichtig, dass Fehldarstellungen korrigiert und bewusst oder unbewusst erzeugte Mythen aufgelöst werden.<br>Aber Historiker müssen m.M.n. aufpassen, dass sie das gesamte Umfeld berücksichtigen und nicht unbewusst die Fakten betont auswählen, die ihrer Argumentation dienen. Hier will man eine Mythos-Bildung nachweisen. Die gab es sicherlich, und sicherlich wurde auch manches gern heroisiert im Sinne der Westbindung etc.. Aber warum wurde in diesem Vortrag nicht auch die Mythos-Bildung auf der sowjetischen Seite genauer analysiert?
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@thomasaust6814 · 6 years ago (edited)
Danke dem Vortagenden und für's hochladen. Ich frage mich allerdings wieso ein so guter Vortrag nach 3 Monaten erst 255 Aufrufe hat. Das Video bietet fundierte Informationen und diese zudem noch sehr verständlich aufbereitet. Es macht mich wütend das jeder Grenzdebile "YouTuber" der einen Videokamera bedienen kann und hier in Massen unbelegten Schwachsinn verbreitet, tausende von Klicks bekommt. Und sowas Gutes geht einfach "unter". Ich kann nur Hoffen, dass das japanische Sprichwort "Wer schreit, der lügt. Die Wahrheit hat immer eine leise Stimme." stimmt...
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@MarcBuranDoesNotExist · 5 years ago
Sehr interessantes Thema. Es ist erfreulich zu sehen, dass es in Person von Herrn Kunkel Akademiker gibt, die populäre Darstellungen hinterfragen und mit ihrer geschichtswissenschaftlichen Arbeit einen Beitrag zur Aufklärung leisten. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob sich die Rechercheergebnisse von Herr Kunkel und Kollegen in zukünftigen medialen Darstellungen der sog. Berlinblockade widerspiegeln werden.
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@KrosserKrust-y2g · 1 year ago
Herr Tanzmann hat mich hergebracht
@emberhugofhell · 1 year ago
Aktueller den je.
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@moviride990 · 2 years ago
Geiler Typ
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@AEKAskenburne · 1 year ago
Kann es nicht auch an der Tendenz liegen, Sachverhalte mit zunehmender zeitlicher Distanz zu verkürzen? So wird eben aus der gemeinschaftlichen Leistung der westlichen Alliierten eine amerikanische Leistung? <br>Zudem bleiben emotionalisierende Elemente besser im Gedächtnis haften, so dass aus taktischen Erwägungen eben eine heldenhafte Tat wird?
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@nedosferracavalli · 2 years ago
Teilabschrift für den Schulgebrauch: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=cv6-YZMnWE0&t=100">1:40</a> ( Frage nach Blockade-Begriffen): Rias, Care Pakete, Vier-Mächte-Status; denken Sie an Ernst Reuter, der Insulaner oder die Insulaner haben sie vielleicht auch schon mal gehört diesen Begriff, eine Satiresendung im Rias, 1948 zum ersten Mal aufgelegt; Vorposten der Freiheit, also diese Rhetorik des Pathos, des Freiheitspathos; Schaufenster der Freiheit. Das sind so Begrifflichkeiten, die wir mit der Berlin-Blockade heute verbinden. Das Interessante an der Berlin-Blockade sind zwei Dinge: 1) Die Berlin-Blockade gehört zu jenen Ereignissen, die relativ breit heute in unserer Kultur im Alltag in der Gesellschaft erinnert werden; ganz gleich, ob sie ins Deutsche Historische Museum gehen, ob sie ins Haus der Geschichte gehen, in Bonn. überall sehen sie dieses Ereignis in der einen oder anderen Form erinnert. Meistens mit diesem ikonischen Bild von Henry Ries Der einfliegenden Rosinenbomber, der von den Kindern auf diesen Trümmerhaufen begrüßt wird; winkende Kinder auf dem Trümmerhaufen; eines dieser ikonischen Bilder, die wir auch mit der Berlin-Blockade verbinden.(..) Es gibt Filme über die Berlin-Blockade. Sat 1 hat 2004-2005 einen historischen Event-Film produziert. Er handelte von der Berlin-Blockade mit dem Titel Nur der Himmel war frei, mit bekannten deutschen Schauspielern, die diese Geschichte der Berlin-Blockade nachspielten; also ein Ereignis, das relativ breit heutzutage erinnert wird. Der eine interessante Aspekt daran ist, dass sich ein gewisser Mythos um diese Erinnerung herum herausgebildet hat. Auf der Webseite des Hauses der Geschichte gibt es ein lebendiges Museum online und das erzählt die Geschichte dieser Berlin-Blockade in einer Weise, wie wir sie häufig repräsentiert finden in Museen und an anderen Orten. Also die Gas und Stromversorgung der West-Sektoren wird von Seiten des Sowjet-Sektors drastisch eingeschränkt. Aus gezielter Behinderung wird schließlich eine totale Abriegelung des Westteils der Stadt. Die Westalliierten verteidigen ihre Rechte in Berlin, auf Initiative von US-Militärgouverneur Lucius D. Clay stellen sie über eine Luftbrücke die Versorgung Westberlins sicher. Dann kommen die üblichen Zahlen und Fakten: 200.000 Flüge, rund 1,5 Millionen Tonnen lebenswichtige Güter, alle zwei bis drei Minuten landet eine Maschine auf einem der drei Westberliner Flughäfen. Rosinenbomber werden diese Flugzeuge genannt. Durch den zähen Durchhaltewillen und die Unterstützung der Westmächte scheitert schließlich die Berlin-Blockade und wird im Mai 1949 wieder aufgehoben. Hier sind im Grunde alle diese Grundelemente dieses Mythos der Berlin-Blockade versammelt: Eine isolierte Stadt oder ein isolierter Teil einer Stadt, eine umfassende Blockade durch die Sowjetunion, die scheinbar alternativlose Versorgung der Stadt durch die Rosinenbomber und die Luftbrücke der USA, der Held Lucius D. Clay im Mittelpunkt dieser Luftbrücke; die Luftbrücke, eine amerikanische Idee, das Scheitern der Sowjetunion und der Abbruch der Blockade im Mai 1949. Das ist sozusagen die Geschichte der Berlin-Blockade, wie wir ihr im Museum begegnen, die wir auch in den Schulbüchern lesen können und wie sie sich bis heute mehr oder weniger eingeprägt hat. (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=cv6-YZMnWE0&t=372">6:12</a>)<br>Was diesen Mythos jetzt so interessant macht ist, dass er sich eigentlich nur sehr bedingt, um das mal so ein bisschen zuzuspitzen hier, mit dem tatsächlichen historischen Geschehen in den Jahren 1948-49 deckt.<br>Wenn wir nämlich in neuere historische Studien schauen, erhalten wir nämlich ein sehr viel differenzierteres Bild, als es hier in diesem Mythos repräsentiert ist, dann sehen wir nämlich z.B., dass die Luftbrücke gar keine Idee der Amerikaner war, sondern eine Idee der Briten. Wir sehen auch, dass die Luftbrücke keine rein amerikanische Aktion war, obwohl wir sie häufig als amerikanische Luftbrücke erinnern und vor Augen haben.<br> Großbritannien und Frankreich leisteten aber ebenso ganz beträchtliche Hilfe;<br>denken Sie an den Bau und den Ausbau von Tegel, der z.B. im französischen <br>Sektor stattfand. Es gab eine britische Luftbrücke und die meisten Flugbewegungen während der <br>Luftbrücke fanden gar nicht in Tempelhof statt, sondern auf dem britischen Militärflughafen Gatow statt. Also schon mal eine erste Relativierung des amerikanischen Beitrags. Dann haben neuere Studien gezeigt, dass es auch keineswegs einen Zusammenbruch der Wirtschaftsproduktion oder überhaupt der Wirtschaft in Westberlin gegeben hat in den Jahren 1948-49. Im Gegenteil, das Label Made in blockaded Berlin wurde zum Qualitätssiegel in den Jahren 1948-49.
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@Sumerianhaze666 · 4 months ago
Ähm ähm ähm grausam
@phis7230 · 1 year ago
Sehr spannend. Ein wichtiges Thema. Statt Propaganda zu verbreiten, wird sie hier mal endlich hinterfragt.
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@enverhaase8562 · 2 years ago
<a href="https://www.youtube.com/watch?v=cv6-YZMnWE0&t=3350">55:50</a> "beginnt [die Deutschen] als Partner zu sehen, die das gleiche Ziel haben, nämlich die Freiheit West-Berlins zu verhindern" Okaaaaaaayyyy... so war das
@dieternoack53 · 2 years ago
Verwechselt Ursache und Wirkung
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