Billige Arbeitskräfte? So hart ist das Praxisjahr im Medizinstudium | reporter
338K views · Aug 31, 2022 · People & Blogs
Comments · 1.2K
@kaisteinecke8034 · 4 years ago · pinned
Ich hätte nie gedacht, dass angehende Ärzt:innen manchmal unter so miesen Bedingungen ausgebildet werden. Keine Kohle, fällst du aus, dann wird es vom Urlaub abgezogen und kaum Unterricht, wenn man Pech hat. Krasse Voraussetzungen für so nen verantwortungsvollen Job. <br><br>Wie findet ihr das?
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@xzst · 4 years ago (edited)
Als Arzt der das durchgemacht hat - danke für die Aufmerksamkeit. Es ist/war die Ausbeutung pur. Lerneffekt meistens fast 0, da man quasi für nicht ärztliche Tätigkeiten missbraucht wird. Es gibt Häuser wo ohne PJler nichts mehr läuft. Nicht der Sinn der Sache.
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@kristin4584 · 4 years ago
So wichtig, dass endlich mal das PJ thematisiert wird.<br>Es müsste unbedingt standardmäßig eine Vergütung geben. Lehrjahre sind keine Herrenjahre, das sehe ich ein. Aber meine Miete möchte ich trotzdem gern zahlen können.<br>Und es darf absolut nicht sein, dass PJler:innen fehlendes Personal ersetzen weil sie nichts kosten.<br>Ich habe so viele Überstunden gemacht, in denen ich absolut nichts gelernt habe. Den Satz: „Wenn du nicht wärst, kämen wir hier gar nicht mehr klar“ hab ich auch mehr als einmal gehört. Das darf halt nicht sein in einem unbezahlten Praktikum. Ich war am Ende meines PJs fast so weit, den Arztberuf völlig hinzuschmeißen weil ich so enttäuscht war von dem System.
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@leamarie7854 · 4 years ago
Es ist wie in der Ausbildung im Gesundheitswesen. Ich sehe tatsächlich viele parallelen. Am Anfang macht man viel "scheiß" Arbeit und später soll man dann eine Fachkraft ersetzen
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@melinareey · 4 years ago
Im deutschen Arbeitsmarkt läuft einiges sehr schief. Dass Fachkräfte fehlen, ist echt kein Wunder.
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@sarahatraume228 · 4 years ago
Das kann ich als Beobachtende in einem Freundeskreis mit vielen Medizin Studierenden nur bestätigen. Super, dass ihr davon berichtet! Ich würde mich gerne ebenfalls einigen Kommentaren hier anschließen und fände es schön, wenn ihr auch mal eine Reportage zu den Ausbildungsbedingungen in der Psychotherapeutenausbildung drehen würdet. Dieser Weg steht mir noch bevor. Es gibt Aussicht auf kaum Lebenszeit und fast gar kein Gehalt, jedoch enorm hohe Ausbildungskosten über 3 bis 5 Jahre hinweg.
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@marina2123 · 4 years ago (edited)
Bitte auch über Zahnmedizinstudium und den psychoterror und das unfaire Examen berichten, damit es endlich mal an die Öffentlichkeit gelangt. Das wird keiner glauben, was da abspielt. Anonym werden da recht viele Aussagen.
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@RebeccaRed2000 · 4 years ago
Das spiegelt 1:1 meine Erfahrungen wieder. Am besten sind die Tage im Studium, wo man nach Hause geschickt wird, weil niemand Zeit oder Lust hat, sich um die Studierenden zu kümmern. Man bekommt eine Sache einmal gezeigt und muss sie danach selber machen, direkt am Patienten. Ich habe Patienten über Eingriffe aufklären müssen, die ich selbst noch nie gesehen habe. Hätten die eine Frage gestellt, ich hätte sie nicht beantworten können.<br>Man fühlt sich dauerhaft überfordert und gestresst, weil man eigentlich nichts wirklich sicher kann. Man hat den Spießrutrnlauf zwischen Schwestern und Ärzten, von denen einen eigentlich keiner Leiden kann, weil man sich nicht auskennt und den Alltag stört. Trotzdem muss man dann die ganze Drecksarbeit machen, die sie nicht machen wollen.<br>Das Studium ist frustrierend. Die Zukunftsaussichten sind es auch. Überstunden, die nicht bezahlt werden, Patienten, die gar keinen Respekt mehr haben und schlechte Arbeitsbedingungen.
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@jonas__10 · 4 years ago
Super Video! Bitte bitte auch mal ein Video zu PIA‘s (Psychotherapeuten in Ausbildung).<br>Da sieht das ganze ziemlich ähnlich aus. Zuerst extremer Notendruck im Bachelor, um überhaupt einen Masterplatz zu erhalten (ohne Master in dem Bereich kommst du nicht weit, und ohne 1 vor dem Komma kannst du‘s gefühlt sein lassen). Dann nach dem Master ein Ausbildungsinstitut finden, wofür man ca. 12.000 - 30.000 Euro zahlen muss, um dann in den Krankenhäusern während einer 3-5 jährigen Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten ca. 1000€ im Monat zu verdienen. Wenn man dann den Weg geschafft hat und sich selbstständig machen möchte, muss man ewig auf einen von der Regierung limitierten Praxisplatz warten, für den man dann je nach Region direkt einmal 50.000 - 100.000€ zahlen darf..<br><br>Persönlich stehe ich kurz vor dem Masterabschluss & freue mich auf meine bald startende Pia-Ausbildung, weil der Beruf an sich so toll ist. Was allerdings in den medizinischen Gesundheitsberufen abgeht, um erst einmal dorthin zu gelangen, ist Ausbeutung von höchster politischer Ebene.
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@MrWarod · 4 years ago (edited)
Die Probleme hier im Film kenne ich von meiner Freundin nur zu gut. Die hat erst Krankenpflegerin gelernt und studiert jetzt Medizin. Nebenbei arbeitet sie im Moment als 450€ Kraft bei einem ambulanten Intensiv-Pflegedienst. Überall herrscht schon so lange ein akuter Personalmangel, dass es einfach jeder akzeptiert hat. Alles arbeitet bis zur Erschöpfung und Lücken werden , wenn überhaupt, notdürftig mit Azubis und Studenten gestopft. Das Arbeitszeitengesetz gilt hier schon lange nicht mehr, bzw. macht extra Ausnahmen für Krankenhauspersonal. <br>In jeder anderen Branche würden die Mitarbeiter ihren Arbeitgeber buchstäblich zu Tode streiken. Im Gesundheitswesen gehen selbst bei einem Streik nicht mehr als ein Drittel der Beschäftigten ihrem Streikrecht nach, um den Krankenhausbetrieb aufrecht zu erhalten und ihre Patienten nicht zu gefährden. Im Juli ging in NRW ein 77 tägiger Warnstreik zu Ende und keine Sau hat es mitbekommen. Aber wehe die Lokführer streiken drei Tage, da fordert die Bild-Zeitung die öffentliche Hinrichtung der Gewerkschaftsführer auf dem Marktplatz. <br>Wie kann es da sein, dass es niemanden interessiert, wenn die Leute, die uns zusammenflicken, wenn wir einen Unfall haben, zusammenbrechen und schlecht ausgebildet werden? <br>Und so schlimm die Situation hier in dem Film für die angehenden Ärzte schon ist, sind die ja am ende die, die oben auf der Pyramide stehen, wenigstens was das Gehalt angeht. Die ganzen Pflegerinnen und Pfleger, Pflegehelferinnen und Pflegehelfer, Hauswirtschafterinnen und Hauswirtschafter und das ganze Reinigungspersonal machen ja den ganzen Scheiß zu gleichen Teilen mit.<br>Wenn es niemanden aus der Politik interessiert, befürchte ich, dass auch weiterhin gute Leute aus der Branche aussteigen, oder in andere Länder abwandern. Und dann bricht das Kartenhaus irgendwann zusammen. Und bis wir dann wieder ein annähernd so guten Gesundheitswesen wie im Moment haben, werden einige Leute, einfach aufgrund fehlender Behandlung, draufgehen.<br><br>Und ich will ja nicht sagen, dass alle die, die an der Situation was ändern könnten, es aber nicht tun, privat versichert sind, dass also bei der Gesundheitsvorsorge nie mitbekommen, aber denen würden ein paar Jahre als Kassenpatienten vielleicht ganz gut tun...
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@coffee12321 · 4 years ago
Es tut gut auch mal darüber zu hören. Es ist immens natürlich auch wichtig und gut, dass über die Missstände in der Pflege berichtet werden, aber als Mediziner wird einem schnell mal quasi vorgeworfen, dass man sich nicht beschweren darf weil man ja "eh so gut verdient". Dass ich aber nur gut verdiene, weil ich 60h in der Woche arbeite weil sonst die Nachtdienste nicht besetzt werden können und sechs 24h Dienste im Monat mache (davon mindestens 2 davon am Wochenende), versteht keiner so genau. Ich muss auch als fertige Ärztin oft noch Aufgaben von anderen Berufsgruppen übernehmen weil bei denen Personal fehlt und ich wenn etwas zeitkritisch ist nicht einfach warten kann bis wieder jemand frei ist. Dadurch bleibt aber auch meine Arbeit liegen und die Zeit muss ich am Ende des Tages wieder dranhängen.<br>Und dass man sich als AssistenzärztIn (v.a. bis zum fertigen Facharzt) das nötige vertiefende medizinische Wissen dann eigentlich großteils zuhause in der Freizeit aneignen muss, weil in der Arbeitszeit keine Zeit für vertiefende Recherche ist, sieht eben auch keiner.<br><br>Es fehlt bei uns an jeder Ecke von jeder medizinischen Berufsgruppe Personal und ich hoffe, dass sich noch etwas ändern wird bevor das System, welches zu einem großen Teil aus der Ausnützung von Praktikanten, unbezahlten Arbeitsstunden und sonstigen Lückenfüllern besteht, zusammenbricht. <br>Aber ansonsten bin ich sehr dankbar für meinen Job, meine Möglichkeiten und die unglaublich engagierten Kollegen aller Berufsgruppen in meinem Krankenhaus.
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@jonnykillas · 4 years ago
Eine ähnliche Doku könnte man wahrscheinlich auch über die PIA Zeit der Psychotherapie Auszubildenden machen.
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