Wärmepumpe im Altbau: Martins wichtigste Erkenntnisse nach einem Jahr
268K views · Oct 16, 2024 · Science & Technology
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@gewaltignachhaltig · 1 year ago · pinned
Ergänzend zu den im Video genannten Strompreisen:<br>Wir haben dynamische Strompreise und kommen damit auf 27 ct im Jahresmittel. Man kann auch mit monatlich wechselnden Strompreisen dynamisch arbeiten. Mit einem solchen Tarif kommt man überall in Deutschland auf einen Strompreis von um und unter 30 ct. Aber auch viele konventionelle Anbieter liegen inzwischen wieder unter 30 ct. Jeder sollte einmal überprüfen, ob der aktuelle Strompreis noch zeitgemäß ist.<br>Bei der Wärmepumpe wie auch beim E-Auto kann jeder in die Regelungen des §14a EnWG wechseln. Dieser regelt die Steuerung und Bepreisung von Wärmepumpen, Klimaanlagen, Stromspeichern und Wallboxen. Es gibt verschiedene Module, mit denen die Netzentgelte auf Strom reduziert werden können. Pauschal ohne weiteren technischen Aufwand kann man eine Gutschrift von 110-190 Euro pro Jahr bekommen. Alternativ mit einem zweiten Zähler kann der Strom für Wärmepumpe und E-Auto mit um 60 Prozent verbilligten Netzentgelten bezogen werden. Das sind im Bundesdurchschnitt 6 ct. Damit kostet der Strom für Wärmepumpe und E-Auto nur noch knapp 20 ct. Hierbei muss allerdings ein zweiter Zähler verbaut werden und der Aufwand gegengerechnet werden. Meist lohnt sich das erst bei Netzbezug von mehreren Tausend kWh im Jahr.
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@goodoldgamer42 · 1 year ago
Wärmepumpe im Altbau: meine Erfahrung<br><br>Unsere Wärmepumpe läuft inzwischen seit Mai 2023. Wir haben einen alten 4-Seiten-Hof und das Wohnhaus wurde irgendwann vor 1900 errichtet. Modernisiert wurde es insoweit, dass Anfang der 90er Fenster und Türen erneuert wurden (doppelt verglast & Kunststoff). Außerdem wurde eine Ölheizung eingebaut. Die 42cm starken Wände (teilweise Vollziegel, teilweise Bruchstein, teilweise Buntbauweise und an einigen Stellen auch mit Zwischenraum) sind ohne Dämmung. Da wir nach der Übernahme eh die völlig morschen Fußböden erneuern mussten, haben wir das gleich genutzt, um auf beiden Etagen eine Fußbodenheizung zu installieren (Verlegeabstand 10cm, kein Pufferspeicher) und im Erdgeschoss den Fußboden gegen Erdreich zu dämmen. Beheizte Wohnfläche sind 165m². Ansonsten haben wir noch die oberste Geschossdecke gedämmt, da das alte Dach (Bj. 1984) ohne Dämmung und Unterspannbahn ist. Eine Fassadendämmung der Außenwände ist baulich auch schwierig (angrenzende Bauten & eine Hauswand steht auf der Grundstücksgrenze) und war finanziell auch noch nicht drin.<br><br>Ursprünglich sollte die Ölheizung noch etwas länger laufen, fiel dann in der Bauphase aber immer wieder aus, so dass wir nach langem Überlegen uns dann entschieden haben, gleich eine Wärmepumpe einzubauen. Vom Energieberater wurde eine Gebäudeheizlast von 20 kW bei einer Normaußentemperatur von -13°C errechnet, was aber aufgrund der vielen Unbekannten (u-Wert der Wände & Fenster nicht bekannt) eher eine Wort-Case-Berechnung war. Weder der Energieberater noch der Heizungsbauer konnten hier einen Rat geben, wie die Wärmepumpe am besten auszulegen wäre. Zum Glück war unser Heizungsbauer aber bereit, das Projekt auf unser Risiko so umzusetzen, wie wir es haben wollen. Wir hatten dann einen Wärmepumpenfachmann gefunden, der für Panasonic schon in verschiedenen Altbauten Wärmepumpen verbaut hatte und uns Tipps aus seiner persönlichen Erfahrung gegeben konnte. Letztendlich wurde es dann auch eine 12kW Jeisha von Panasonic (Monoblock), die die 12 kW bis -15°C liefern soll auch noch über einen 9kW Heizstab als Absicherung verfügt.<br><br>Mein Resümee nach dem Winter 2023/2024:<br>Wir haben die Hydraulik so eingestellt, dass alle Räume auf ca. 22°C Raumtemperatur geheizt wurden. Die Heizkurve ist aktuell auf 25°C bei +15°C und 40°C bei -15°C eingestellt. Warmwasser auf 53°C. Der Heizstab ist selbst bei nächtlichen Außentemperaturen von -14°C nicht zum Einsatz gekommen. Verbraucht haben wir von Oktober 2023 bis Mai 2024 für die Heizung insgesamt 5709kWh Strom und haben damit knapp 30000 kWh Wärme erzeugt (Heizung+Warmwasser, interner Wärmemengenzähler der WP), was ungefähr 3000l Öl entsprochen hätte. Finanziell waren das bei einem durchschnittlichen Strompreis von 26 Cent/kWh dann knapp 1500 Euro an Kosten. Für 3000l Öl hätten wir zum günstigsten Preis 2023 von 0,90 Euro/l schon ca. 2700 Euro bezahlen müssen. Für uns hat es sich auf jeden Fall gelohnt und unsere kleine 8KWp PV-Anlage hat zum Heizen auch nochmal gut 500 kWh Strom beigetragen, so dass unser tatsächlicher Netzbezug entsprechend niedriger lag.<br><br>Probleme hatten wir eigentlich nur bei unter -5 Grad in unserem Gästebad aufgrund einer baulichen Besonderheit. Und zwar hat das Bad zwei Außenwände und eine lange Innenwand zum unbeheizten Gewölbekeller (ein ca. 1 Meter tiefer gesetzter Raum, in dem vorher die Ölheizung war). In dem Bad hatten wir bei sehr tiefen Außentemperaturen unter -5°C dann nur noch eine Raumtemperatur von 19°C. Das Bad ist relativ klein und hat nur wenig Fußbodenfläche. Hier hätte man noch mehr Heizfläche z.B. in Form einer Wandheizung gebraucht. Da wir dort aber aufgrund der sehr unebenen Bruchsteinwände nicht verputzt haben sondern die Wände mit Trockenbau verkleidet haben, wollen wir den Zwischenraum noch mit Einblasdämmung aus Zellulose auffüllen.
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@kov40 · 1 year ago
Aus gegebenem Anlass schaue ich mir seit Monaten gefühlt hunderte Wärmepumpen-Videos an, aber dieses ist das einzige, das ich sehen hätte müssen. Auf den Punkt gebracht, unaufgeregt, unprätentiös. Vielen Dank!
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@dubaro69 · 1 year ago
Der Martin wieder mal beim Felix! .. 🙂 .. Bei mir ist es ähnlich, ne Daikin Altherma eingebaut, mäßige Dämmung, Räume bei durchschnittlich 20°C, konventionelle HK und dabei eine JAZ von zuletzt 4 erreicht, zzgl. Effizienz durch neue PV. Muss aber sagen, die Pumpe steht im Vorgarten, gegenüber sind Nachbarn und alle sagen sie ist sehr sehr leise! Was auch Lautstärke verursachen kann ist die komplette Deaktivierung des Heizstabes, das kann dazu führen, dass die Wärmepumpe bei Kälte sich auch mal einen "abrackt" z.B. wenn gerade der WW-Speicher leergeduscht wurde o.ä. . Bei älteren WP mag das aber wiederum anders sein. Ja genau, richtige Dimensionierung ist wichtig, nicht zu gross, also ich finde, dafür dass Martin kein Experte sein möchte hat er ganz schön gute Tips abgegeben und wieder mal schöne ehrliche und wertvolle Hinweise auch zu Dingen die er jetzt ev. anders gemacht hätte .. 👍 .. ach .. PVT ..ja, total interessant! .. 👍
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@gerhardlehr2899 · 1 year ago
Es ist immer wieder eine Freude, die sachlichen Beiträge von Martin zu sehen und zu hören.
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@dieseldust5315 · 1 year ago
Respekt dass ihr beide mit 19 Grad gut zurecht kommt. Meine Frau braucht gerade abends um die 23 Grad im Wohnzimmer und liegt dann trotzdem mit Pullover und dicker Decke auf dem Sofa.
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@a.w.1906 · 1 year ago
Wir sind nur noch zwei Personen in einem kleinen EFH. Wir hatten 1100qm Gasverbrauch mit einer Gas Brennwerttherme und 3000kWh Strom. Zusätzlich einen Kaminofen mit 7kW der pro Jahr etwa Holz für 600-700€ verbrennt.Nicht billig, aber dafür absolut Blackouttaugliche Wärmeerzeugung. Ich mag es diese Sicherheit zu haben. Ich habe einen PV betriebenen Heizstab mit 2kW Heizleistung in unseren Warmwasserspeicher von nur 150L eingebaut, 6 PV Module auf dem Dach, hat ca.1500€ gekostet und erzeugt jetzt von so etwa Mitte/Ende März bis Ende September fast unser gesamtes Warmwasser problemlos. Ausser man duscht ausschliesslich im dunkeln. Dazu eine Daikin Splitklimaanlage für ca.9000€. Und eine "Balkonsolaranlage" mit dem erlaubten 800W Wechselrichter, aber 6kWh Speicher und etwa 1800W Solarleistung für etwa 2100€.<br>Gesamtkosten also etwa 12600€. <br>Die Gastherme ist erst 4 Jahre alt und wird wohl noch ein Weilchen halten. Ich habe noch kein endgültiges Langzeitergebnis, aber es sieht ziemlich gut aus. Gasverbrauch wird wohl etwa bei 600qm landen, wir haben einen hohen Warmwasserverbrauch und da hilft der Heizstab enorm. Der Stromverbrauch , also was wir von aussen beziehen , ist fast gleich geblieben trotz der Daikin Anlage. Die ist auch eher Luxus, aber gerade im Sommer, wenn es schwülwarm ist, ist eine niedrigere Temperatur und Luftfeuchtigkeit ein Segen. Und in der Übergangszeit kann man damit auch heizen, aber nicht das ganze Haus. Ich spare bei den Ausgaben von 12600€ vielleicht 800€ im Jahr, dauert also ziemlich lange bis zur Amortisierung. Ob der Kram so richtig war, wer weiss. Eigentlich gehörte noch eine grössere PV Anlage dazu. Mir wäre eine komplette Insellösung am liebsten. Mal sehen.
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@sinus3923 · 1 year ago
Ich habe seit 19 Jahren eine WP , auch fürs Warmwasser und hatte noch nie Probleme (FB im Erdgeschoss, sonst STD - Wandheizkörper - ich werde mir, wenn es erforderlich wird, auf jeden Fall wieder eine WP nehmen!
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@WJ186 · 1 year ago
Hab auch eine Wärmepumpe und bin super zufrieden, nur hier in Deutschland wird man mit dem Einbau richtig abgezockt! Es geht um fast die Hälfte günstiger, schaut mal rüber nach Frankreich und England!
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@migmig3122 · 1 year ago
Super ehrliche Aussage mit echten Zahlen. So was guckt man sich gerne an. Die viele versteckte Werbung bei Youtube nervt einfach nur noch.
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@rainerhorbach955 · 1 year ago
Sehr verständliches Video, vielen Dank! Das beantwortet eine Menge meiner Fragen!
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@Sam_photo14 · 1 year ago
Danke für die coole Zusammenfassung von Martin 👍🏻
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